Trinkst du wirklich genug?
Von Helmut · Assistenz der Geschäftsleitung bei Living
Beim Durchsehen unserer Anamnesebögen gibt es eine Antwort, über die ich immer wieder stolpere:
„Ja, ich trinke genug.“
Und wenn ich dann noch einmal genauer nachfrage, sind es manchmal zwei Gläser Orangensaft am Tag.
Natürlich enthält auch Orangensaft Flüssigkeit. Aber wenn es um eine vernünftige Trinkroutine geht, ist damit noch nicht unbedingt alles erledigt.
Deshalb einmal ganz ohne komplizierte Wissenschaft: Ausreichend zu trinken gehört zu den Grundlagen, die dein Körper jeden Tag braucht.
Wie viel solltest du trinken?
Eine einzige Trinkmenge, die für jeden Menschen gleichermaßen passt, gibt es nicht.
Als allgemeine Orientierung werden für gesunde Erwachsene häufig etwa 1,5 Liter Getränke pro Tag genannt. Das kann für viele Menschen im normalen Alltag passen – ist aber eben nur eine allgemeine Orientierung.
Denn auch Körpergröße, Körpergewicht, Bewegung, Sport, Temperatur und Schweißverlust spielen eine Rolle.
Als einfache persönliche Faustformel wird deshalb häufig verwendet:
ca. 30 ml Flüssigkeit × Körpergewicht in kg pro Tag
Ein Beispiel: Bei 80 kg Körpergewicht wären das rund 2,4 Liter am Tag.
Auch diese Formel ist kein medizinisch vorgeschriebener Wert, sondern ein praktischer Ausgangspunkt. Wer viel Sport macht, körperlich arbeitet, stark schwitzt oder sich bei großer Hitze draußen aufhält, kann entsprechend mehr benötigen.
Mehr ist aber nicht automatisch besser. Gerade bei langem oder intensivem Sport geht es nicht nur um Wasser, sondern auch um die Flüssigkeit und Mineralstoffe, die über den Schweiß verloren gehen.
Bei bestimmten Erkrankungen – beispielsweise von Herz oder Nieren – können andere Trinkmengen notwendig sein. Dann gelten die individuellen ärztlichen Empfehlungen.
Und zählen Saft, Kaffee & Co. überhaupt mit?
Ja: Auch Kaffee, Saft, Tee und andere Getränke enthalten natürlich Wasser.
Die Frage ist eher, womit du deinen Durst im Alltag hauptsächlich stillst.
Zwei Gläser Orangensaft sind also nicht „keine Flüssigkeit“. Als hauptsächliches Getränk ist Saft aber nicht die sinnvollste Wahl, weil damit beispielsweise auch relativ viel Zucker aufgenommen wird.
Die einfachste Grundlage ist: Wasser.
Ungesüßter Tee ist ebenfalls eine gute Möglichkeit. Wenn dir Wasser pur zu langweilig ist, kann beispielsweise auch eine stark verdünnte Saftschorle für Abwechslung sorgen.
Es geht also nicht darum, dass du nie etwas anderes trinken darfst. Wasser sollte einfach die Basis bilden.
Warum ausreichend Trinken überhaupt wichtig ist
Wasser ist ein grundlegender Bestandteil unseres Körpers und an vielen normalen Körperfunktionen beteiligt.
Körpertemperatur
Beim Schwitzen gibt der Körper Flüssigkeit ab. Besonders bei Sport, körperlicher Arbeit und Hitze muss dieser Verlust wieder ausgeglichen werden.
Konzentration & Alltag
Wenn dem Körper Flüssigkeit fehlt, können sich beispielsweise Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Konzentrationsprobleme bemerkbar machen.
Transport & Körperfunktionen
Wasser ist Bestandteil von Blut, Zellen und Gewebe und spielt bei zahlreichen normalen Abläufen im Körper eine Rolle.
Und was hat das mit deiner Haut zu tun?
Hier wird es für uns natürlich besonders interessant.
Mehr Wasser zu trinken ist allerdings keine Feuchtigkeitscreme von innen.
Wenn jemand tatsächlich dauerhaft sehr wenig trinkt, gehört eine vernünftige Flüssigkeitsversorgung selbstverständlich auch zu einem gut versorgten Körper. Das kann sich bei manchen Menschen ebenfalls beim Hautgefühl bemerkbar machen.
Aber: Sehr trockene, raue oder fast pergamentartig wirkende Haut lässt sich nicht einfach dadurch beheben, dass man plötzlich drei Liter Wasser trinkt.
Für das Erscheinungsbild und Hautgefühl sind zusätzlich unter anderem eine funktionierende Hautbarriere, eine passende Reinigung und die richtige Pflege entscheidend.
Wenn wir bei einem Gast also sehr feuchtigkeitsarme Haut sehen, interessiert uns beides: Was passiert von außen – und wie sieht der ganz normale Alltag aus?
Woran kann sich zu wenig Flüssigkeit bemerkbar machen?
Mögliche Hinweise können beispielsweise sein:
- deutlicher Durst
- trockener Mund
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit oder Schwäche
- Konzentrationsprobleme
- Schwindel
- deutlich dunkler Urin oder ungewöhnlich geringe Urinmenge
Diese Dinge können natürlich auch ganz andere Ursachen haben. Ein einzelnes Zeichen bedeutet deshalb nicht automatisch, dass du einfach nur mehr trinken musst.
Bei starken, ungewöhnlichen oder wiederkehrenden Beschwerden gehört die Ursache medizinisch abgeklärt.
Wie schaffst du es, im Alltag regelmäßiger zu trinken?
Mein einfachster Tipp: Mach dein Wasser sichtbar.
Eine Flasche auf dem Schreibtisch, im Auto oder neben dem Arbeitsplatz erinnert oft zuverlässiger ans Trinken als der gute Vorsatz am Morgen.
Starte direkt
Schon morgens ein Glas Wasser trinken, statt erst irgendwann mittags festzustellen, dass bisher fast nichts zusammengekommen ist.
Nutze eine feste Flasche
Wenn du weißt, wie viel hineingeht, bekommst du auch schneller ein Gefühl dafür, wie viel du über den Tag tatsächlich getrunken hast.
Mach es zur Gewohnheit
Zum Essen, bei der Arbeit oder nach dem Sport: Feste Situationen helfen dabei, regelmäßiger ans Trinken zu denken.
Und wenn du bei uns im Studio sitzt und Durst hast: Sag einfach Bescheid – Wasser gibt es selbstverständlich.
Und wenn deine Haut trotzdem trocken bleibt?
Dann bitte nicht einfach immer mehr trinken und darauf hoffen, dass sich das Problem damit erledigt.
Trockene, spannende oder raue Haut kann unterschiedliche Ursachen haben.
Bei uns schauen wir deshalb darauf, wie viel Feuchtigkeit deiner Haut tatsächlich fehlt, wie ihre Oberfläche aussieht und ob Reinigung und Pflege zu ihrem Zustand passen.
Manchmal muss die Trinkroutine verbessert werden. Manchmal die Hautpflege. Und ziemlich häufig lohnt es sich, beides vernünftig zu betrachten, statt nach einer einzigen Ursache zu suchen.
Mein Fazit
Du brauchst weder ständig eine App noch musst du jeden Milliliter deines Tages protokollieren.
Aber wenn deine Antwort auf die Frage „Was hast du heute eigentlich getrunken?“ aus zwei Gläsern Orangensaft besteht, darf da wahrscheinlich noch ein bisschen Wasser dazukommen. 😉
Und wenn deine Haut trocken ist: Trinken nicht vergessen – die richtige Pflege aber genauso wenig.
Helmut
Assistenz der Geschäftsleitung
Living – Medical Beauty Karlsruhe
Hinweis: Dieser Beitrag enthält allgemeine Informationen und ersetzt keine medizinische Beratung. Die genannten Trinkmengen sind Orientierungswerte und können je nach Person, Aktivität, Umgebung und Gesundheitszustand abweichen. Bei Erkrankungen oder ärztlich festgelegten Trinkmengen gelten die individuellen medizinischen Empfehlungen.








